{"id":1032,"date":"2014-01-03T13:35:43","date_gmt":"2014-01-03T11:35:43","guid":{"rendered":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1032"},"modified":"2014-01-03T13:53:43","modified_gmt":"2014-01-03T11:53:43","slug":"hundert-jahre-zurueck-die-feuerwehr-im-jahre-1914","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1032","title":{"rendered":"Hundert Jahre zur\u00fcck: Die Feuerwehr im Jahre 1914"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahre des Herrn 1898, als die Feuerwehr Speyer die 50. Wiederkehr des Gr\u00fcndungstages beging, \u00fcberreichten die Veteranen das goldene Buch, wunderbar in Leder eingebunden und mit metallenen Beschl\u00e4gen verziert. Seither ist in diesem Buch fein s\u00e4uberlich eingeschrieben, was die Geschichte der Speyerer Feuerwehr r\u00fcckreichend aus dem Jahr 1848 und fortgeschrieben bis 1928 betrifft.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/DSCF6375.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-1033 aligncenter\" alt=\"DSCF6375\" src=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/DSCF6375-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Blicken wir also nun in die Seiten des Buches, die das Jahr 1914 behandeln. Zuerst wird von den Br\u00e4nden des Jahres berichtet:<\/p>\n<ul>\n<li>9. April 1914: Brand eine Schuppens in der St. Guidostra\u00dfe nachts um kurz vor 3 Uhr, der voll mit Rei\u00dfigholz gef\u00fcllt war. Er brannte in voller Ausdehnung. Nur wenige Minuten nach der Alarmmeldung war der L\u00f6schzug an der Einsatzstelle und h\u00e4tte das Feuer alleine bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen, wenn, ja wenn die haushohen Flammen nicht schon das angrenzende Dachgesims eines Tabakmagazins der Firma Stiebinger erreicht h\u00e4tten und der Dachstuhl eben dieses Magazins vom Brande bedroht wurde. Daraufhin wurde die Gesamtfeuerwehr alarmiert, die die Flammen nach kurzer Zeit im Griff hatte. Gegen 4 Uhr konnte die Wehr unter Zur\u00fccklassung einer Brandwache wieder abr\u00fccken.<\/li>\n<li>5. Mai 1914: Brand der Wachswarenfabrik Hirzegger in der Allerheiligenstra\u00dfe gegen 3:30 Uhr in der Nacht. Durch die dort gelagerten brennbaren Materialien wurde das Feuer so gen\u00e4hrt, dass es drohte, auf das Hauptgeb\u00e4ude \u00fcberzuspringen. Die Feuerwehr bek\u00e4mpfte taktisch klug das Feuer von drei Seiten, so wurde das \u00dcbergreifen letztendlich verhindert. Gegen 6:30 Uhr war jede Gefahr beseitigt.<\/li>\n<li>30. November 1914: Brand der Scheune des Adam S\u00fc\u00df gegen 18 Uhr auf dem Rinkenbergerhof. An den in der Scheune aufgestapelten Heu- und Strohvorr\u00e4ten fand das Feuer reichlich Nahrung. Die Speyerer Wehr r\u00fcckte mit einer Landspritze (Pferdegezogen) zur Schadensstelle ab und konnte ein \u00dcbergreifen auf Nachbargeb\u00e4ude verhindern. Die Scheune brannte aber komplett aus.<\/li>\n<li>14. Dezember 1914: Brand des umfangreichen Stallgeb\u00e4udes des Pferdemetzgers Stamm in der Lauergasse um 7:30 Uhr am Morgen. Die Gesamtwehr bek\u00e4mpfte diesen Gro\u00dfbrand mit allen Kr\u00e4ften. Auch hier konnte ein \u00dcbergreifen auf Nachbargeb\u00e4ude verhindert werden. Unter Zur\u00fccklassung einer Brandwache konnte die Wehr gegen 8:45 Uhr wieder einr\u00fccken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Au\u00dfer vorstehenden Eins\u00e4tzen wurden noch einige kleinere Br\u00e4nde gemeldet, die jedoch teils von den Bewohnern, teils von der Nachbarschaft gel\u00f6scht wurden, so zum Beispiel in der Celluloidfabrik und im Gusswerk (Anm. vielleicht sollte das hier Gaswerk hei\u00dfen?) an der Rheinh\u00e4userstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Ein weiteres, gro\u00dfes Kapitel ist dem Personalstand gewidmet. Aufgrund einer von der Stadtverwaltung neu eingef\u00fchrten Dienstbefreiungsgeb\u00fchr vermehrte sich der Mannschaftsstand um ca. 50 Mann, so dass nun ca. 350 Mann im Dienste des Florians standen. Allerdings schmolz die Mannschaft mit der Mobilmachung recht schnell auf nicht ganz 50 Mann zusammen. Um diese L\u00fccke schnellstm\u00f6glich zu f\u00fcllen, kam man auf einen recht ungew\u00f6hnlichen Einfall: Seitens des B\u00fcrgermeisteramts und des Feuerwehrkommandos startete man einen Aufruf an die B\u00fcrgerschaft, am 5. August 1914 in den Stadtsaal zu kommen. Und tats\u00e4chlich, die Versammlung f\u00fcllte den Stadtsaal vollst\u00e4ndig. Zu Ehren der B\u00fcrgerschaft sei gesagt, dass sich an diesem Abend 260 Mann aller Berufsklassen zur freiwilligen Dienstleistung bei der Feuerwehr meldeten! Mit diesen Mannschaften wurden dann 2 \u00dcbungen und im Oktober eine Inspektions- und Haupt\u00fcbung abgehalten, die tadellos verlief und die volle Anerkennung des anwesenden Bezirksamtmanns sowie des Herrn Bezirksinspektors fand.<br \/>\nAber nicht nur zu Feuerwehrzwecken wurde die neu gebildete Wehr herangezogen, es folgte dieselbe auch dem Rufe zur Hilfeleistung bei Ankunft der ersten Verwundeten und Lazarettz\u00fcgen. Auch wurden die Wachen an den Eing\u00e4ngen der Lazarette bereitwilligst \u00fcbernommen. Im Verlaufe des Krieges wurde dies aber andersweitig geregelt und die Feuerwehr durfte diesen Dienst wieder einstellen.<br \/>\nAllerdings brachten auch die jetzt folgenden vielen Einberufungen zur Fahne immer wieder gro\u00dfe L\u00fccken in der Mannschaft, aber auch in der F\u00fchrung wurden die Reihen lichter. Im Buch umschreibt man dies aber voller Stolz, so viele M\u00e4nner ehrenhaft dem Kriege zuzuf\u00fchren und verweist auf diverse Auszeichungen einzelner.<\/p>\n<p>Was geschah noch zu dieser Zeit? Schon damals betrieb man gute Kontakte \u00fcber den Rhein hinweg und besuchte im Mai 1914 einer Einladung folgend den Feuerwehrtag der Feuerwehrvereinigung Bruchsal-Land.<br \/>\nAnfang Juli wurde eine Neuerung von einschneidender Bedeutung f\u00fcr die Wehr eingef\u00fchrt. Der Klang der altgewohnten Sturmglocken auf dem Altp\u00f6rtel und St.Georgenturm musste verstummen. An deren Stelle trat der neue Sturmapparat auf dem Altp\u00f6rtel in Form einer Sirene.<\/p>\n<p>Das war das Jahr 1914 f\u00fcr die Feuerwehr Speyer. Was wohl das Jahr 2014 f\u00fcr ebendiese bringen wird?<br \/>\nWir w\u00fcnschen den M\u00e4nnern und Frauen allzeit eine gesunde R\u00fcckkehr zur Wache.<\/p>\n<p>[nggallery id=27]<\/p>\n<p>Quelle: Buch der Feuerwehr, Stadtarchiv Speyer<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahre des Herrn 1898, als die Feuerwehr Speyer die 50. Wiederkehr des Gr\u00fcndungstages beging, \u00fcberreichten die Veteranen das goldene Buch, wunderbar in Leder eingebunden und mit metallenen Beschl\u00e4gen verziert. Seither ist in diesem Buch fein s\u00e4uberlich eingeschrieben, was die Geschichte der Speyerer Feuerwehr r\u00fcckreichend aus dem Jahr 1848 und fortgeschrieben bis 1928 betrifft. 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