{"id":1065,"date":"2014-01-05T16:38:05","date_gmt":"2014-01-05T14:38:05","guid":{"rendered":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1065"},"modified":"2015-10-29T19:35:12","modified_gmt":"2015-10-29T17:35:12","slug":"stadtviertel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1065","title":{"rendered":"Stadtviertel"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Stadtviertel <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Anders als in vielen anderen alten St\u00e4dten gibt es in Speyer keine amtlichen Stadtviertel oder Stadtbezirke, allenfalls statistische Bezirke, wie zum Beispiel Wahlbezirke. Einige Distrikte tragen zumindest umgangssprachlich historische Namen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die in manchen St\u00e4dten \u00fcbliche Einteilung nach mittelalterlichen Z\u00fcnften sind in Speyer aber teilweise \u00a0in Stra\u00dfen- und Gassennamen erhalten. Nach Auskunft von Volker Anspach, zust\u00e4ndig f\u00fcr das Vermessungswesen ( Fachbereich 5 &#8211; Bauwesen) war auf dem Katasterblatt von 1820 die Stadt sechs Viertel nach den Farben gelb, gr\u00fcn, blau, braun, rot und wei\u00df eingeteilt. Dergestalt &#8222;farbig&#8220; ist Speyer heute nicht mehr.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/509px-Plan_der_Kreishauptstadt_Speyer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1066\" alt=\"509px-Plan_der_Kreishauptstadt_Speyer\" src=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/509px-Plan_der_Kreishauptstadt_Speyer-254x300.jpg\" width=\"254\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/509px-Plan_der_Kreishauptstadt_Speyer-254x300.jpg 254w, http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/509px-Plan_der_Kreishauptstadt_Speyer.jpg 509w\" sizes=\"auto, (max-width: 254px) 100vw, 254px\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die historischen Deutungen der folgenden acht Speyerer Distrikte beruhen auf dem 1910 von Konrad Engelhardt herausgegebenen und in der Kranzb\u00fchlerschen Buchdruckerei gefertigten B\u00fcchlein &#8222;Aus vergangenen Tagen&#8220; und dem im Hermann G. Klein-Verlag erschienen Lexikon &#8222;Speyerer Stra\u00dfennamen&#8220; von Wolfgang Eger.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Im Vogelgesang:<\/b> Der Bereich s\u00fcdlich der Umgehungsstra\u00dfe B 39, die im wesentlichen der alten Bahnlinie Speyer &#8211; Talhaus folgt und \u00fcber\u00a0 die erste Speyerer Rheinbr\u00fccke f\u00fchrt (1936 bis zur Sprengung 1945, dann ab November 1956). Ihre viele alte Flurnamen einschlie\u00dfende Gro\u00dfgewanne &#8211; sie wurde ab M\u00e4rz 1978 als Baugebiet erschlossen &#8211; bezieht ihren Namen aus der mittelalterlichen Landwirtschaft. Die damaligen Bauern brannten zuweilen Wald ab, bebauten das so gewonnene Feld einige Zeit, lie\u00dfen 15 bis 20 Jahre wieder B\u00fcsche wachsen und brannten sie dann erneut ab. &#8222;Gesang&#8220; kommt demnach von &#8222;sengen&#8220; (brennen), Vogel bezieht sich auf den Umstand, dass in dem &#8222;gesengten&#8220; Buschwerk viele V\u00f6gel heimisch waren. Es gab mehrere solcher &#8222;Vogelges\u00e4nge&#8220; rund um Speyer&#8220;.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Oberk\u00e4mmerer:<\/b> Die Gegend ist nach dem alten Hauptweg &#8222;Im K\u00e4mmerer&#8220; benannt. Dort lagen \u00a0&#8211; neben den <a title=\"Von der Galgm\u00fchle zum S\u00e4gewerk\" href=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=207\" target=\"_blank\">Galkm\u00fchlen (heute Steiner-M\u00fchle)<\/a> &#8222;\u00c4cker des K\u00e4mmerers&#8220;, der unter anderem die bisch\u00f6flichen G\u00fcter zu verwalten hatte. Der 1224 gestorbene Bischof Konrad schenkte diese \u00c4cker dem Domstift. Nach 1537 lautete die Bezeichnung dieses Distrikts &#8222;Im Camerer&#8220;. Der \u00e4lteste Abschnitt hie\u00df um 1883\/84\u00a0 Mittelk\u00e4mmererweg, der j\u00fcngere und um 1900 ausgebaute s\u00fcdliche Teil Salierstra\u00dfe. 1936 wurden beide Teile in K\u00e4mmererstra\u00dfe umbenannt. \u00d6stlich des Mittelk\u00e4mmererwegs lag der &#8222;Unterk\u00e4mmerer&#8220;, westlich davon (zwischen der Stra\u00dfe nach Berghausen und dem Gie\u00dfh\u00fcbelbach) der &#8222;Oberk\u00e4mmerer&#8220;. Hier lie\u00df 1925 die Baugenossenschaft die ersten Wohnh\u00e4user errichten. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Neuland:<\/b> Auf einem Teil des nach dem ersten Weltkrieg entstandenen Wohngebietes lag vermutlich das untergangene, noch um 1300 herum erw\u00e4hnte Dorf Winternheim. &#8222;Land&#8220; bedeutete ehemals kultivierte Fl\u00e4che, &#8222;Neuland&#8220; demnach neues, dem Anbau erschlossenes Ackerland. 1537 wird &#8222;ein Morgen hinter St. German&#8220; erw\u00e4hnt, der Kirche des ersten St. Germanstiftes.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Im Erlich:<\/b> Die fr\u00fcher auch Ehrlich geschriebene Bezeichnung kommt von &#8222;Erlach&#8220;, womit ein gro\u00dfer mit vielen Erlen bestandener Platz gemeint war. 1596 hing vor dem Speyerer Stadtgericht eine Klage an, die sich darauf bezog, dass drei Speyerer in dieser Gegend Erlen gef\u00e4llt haben. Vermutlich ohne bei der Obrigkeit\u00a0 nachzufragen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Burgfeld:<\/b> Dieses gro\u00dfe Gebiet hei\u00dft lediglich dem Volksmund nach so. Im st\u00e4dtischen Kataster wird es als Feld links, bzw. rechts des Burgwegs gef\u00fchrt. &#8222;Burg&#8220; nannten die Leute des Mittelalters eine mit Mauern, T\u00fcrmen und Gr\u00e4ben befestigte Stadt. Durch die st\u00e4dtische Ackerflur, genannt &#8222;Burgfeld&#8220;, zog ein Weg. Offiziell Burgweg hie\u00df er ab 1894. Nach 1900 wurde er befestigt, 1982 wurde diese von der Oberen Langgasse zur Friedrich-Ebert-Stra\u00dfe f\u00fchrende Verbindung zur Burgstra\u00dfe. Das amtlich nie so genannte Burgfeld schloss sp\u00e4ter und ohne beh\u00f6rdliche Verf\u00fcgung das vormals kleine bebaute Gebiet &#8222;Im Galgenfeld&#8220; westlich des Woogbachs ein. Die Bezeichnung Galgenfeld ist erloschen; sie deutet auf die Gegend hin, auf der der st\u00e4dtische Galgen stand (in Richtung Landwehrstra\u00dfe links vom Armens\u00fcnderweg).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Hasenpfuhl:<\/b> Dieses gern als Speyerer Altstadt bezeichnete Wohngebiet, genannt wohl nach den nahe eines Sumpfest (Pfuol, Pfuhl) vorkommenden vielen Hasen, fand wie die fr\u00fchere Fischervorstadt um die St, Markusstra\u00dfe erst im 14. Jahrhundert insofern direkten Anschluss an die eigentliche alte Stadt, als auch diese Distrikte mit einer Stadtmauer umschlossen wurden. Der Hasenpfuhl, in dem sich im Jahr 1220 Nonnen aus dem Dorf St. Leon niederlie\u00dfen (Reuerinnen aus dem Orden St. Magdalena), war urspr\u00fcnglich eine von Fischern bewohnte Altrhein-Insel. Vor dem Stadtbrand 1689 war der Hasenpfuhl dicht besiedelt: 15 Prozent der 889 Speyerer H\u00e4user standen hier.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Binsfeld:<\/b> Geh\u00f6rte wie der Binshof der B\u00fcrgerhospitalstiftung. Bins kommt von binze und deutet auf den Wasserreichtum der Rheinflure). Feld bedeutet bebautes Ackerland, im Gegensatz nur nicht bebauten Allmende-\u00a0 und Weidefl\u00e4chen. Die dortigen acht Baggerseen, zu denen Binsfeld, Kuhunter und G\u00e4nsedrecksee geh\u00f6ren, sind heute in einem geschlossenen Gebiet mit etwa 250 Wohn- und Wochenendh\u00e4usern verbunden. Die anderen Seen hei\u00dfen Speyerlachsee, Mondsee, Sonnensee, Biersiedersee und Silbersee. Der gesamte Distrikt ist ein weithin bekanntes Badegebiet.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Speyer Nord:<\/b> Es mag verwundern, doch es gibt keine offizielle Bezeichnung f\u00fcr der allgemein als &#8222;die Siedlung&#8220; bekannte n\u00f6rdlichste Wohngegend der Stadt. Das Wohngebiet entstand w\u00e4hrend der Weltwirtschaftskrise in den 1920-ern, die ersten &#8222;Haiselbauer&#8220; waren gem\u00e4\u00df des Reichsheimst\u00e4ttengesetzes der Weimarer Republik finanziell geringf\u00fcgig unterst\u00fctzte Speyerer. \u00a0<b>&#8211; Wolfgang Kauer <b>(aus der Reihe: Stadtgeschichte(n) in der RHEINPFALZ, 2013); Plan: Wikipedia<\/b><br \/>\n<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtviertel Anders als in vielen anderen alten St\u00e4dten gibt es in Speyer keine amtlichen Stadtviertel oder Stadtbezirke, allenfalls statistische Bezirke, wie zum Beispiel Wahlbezirke. Einige Distrikte tragen zumindest umgangssprachlich historische Namen. Die in manchen St\u00e4dten \u00fcbliche Einteilung nach mittelalterlichen Z\u00fcnften sind in Speyer aber teilweise \u00a0in Stra\u00dfen- und Gassennamen erhalten. 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