{"id":1136,"date":"2014-01-22T17:33:27","date_gmt":"2014-01-22T15:33:27","guid":{"rendered":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1136"},"modified":"2014-01-22T17:33:56","modified_gmt":"2014-01-22T15:33:56","slug":"museum-erwirbt-industriedenkmal","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1136","title":{"rendered":"Museum erwirbt Industriedenkmal"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Seit 1. Januar 2014 Alleineigent\u00fcmer der fr\u00fcheren Baumwollspinnerei<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Seit Jahresbeginn ist die Stiftung Historisches Museum der Pfalz alleiniger Eigent\u00fcmer eines 1985 als Industriedenkmal ausgewiesenen riesigen Anwesens. Es ist die vor 125 Jahren entstandene Baumwollspinnerei.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Baumwollspinnerei.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-1137\" alt=\"Baumwollspinnerei\" src=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Baumwollspinnerei-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><!--more--><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">&#8222;Die Stadt Speyer hat ihre Eigentumsanteile an der Baumwollspinnerei bereits 1998 an eine Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts verkauft. Die Museumsstiftung, die dort Depot- und Lagerfl\u00e4che nutzt, war bislang Miteigent\u00fcmer und ist seit dem 1. Januar 2014 alleiniger Geb\u00e4ude-Eigent\u00fcmer&#8220;. So beantwortete Barbara Fresenius von der st\u00e4dtischen Pressestelle die RHEINPFALZ-Anfrage wegen der Besitzverh\u00e4ltnisse des Geb\u00e4udes, das seit 1970 teilweise an die Firma Schulz Bibliothekstechnik abgegeben ist. Bisher war die Stiftung zu 45 Prozent Miteigent\u00fcmer neben einer Gruppe von Privatleuten, jetzt habe sie ihr Vorkaufsrecht ausge\u00fcbt, teilte Stiftungsvorsitzender Werner Schineller mit. &#8222;Wir wollten uns die Nutzungsm\u00f6glichkeiten sichern, nicht das ein Dritter kommt und wir das Nachsehen haben&#8220;. \u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">In seinem \u00fcber drei Stockwerke verteilten, rund 16.000 qm gro\u00dfen Depot lagert das Museum Exponate aus der R\u00f6merzeit sowie Gem\u00e4lde und Grafiken. Damit besch\u00e4ftigt sind laut Verwaltungsdirektor Gerhard Bossert neben Sammlungsleiter R\u00f6merzeit Dr. Richard Petrovszky insgesamt acht Wissenschaftler und Restauratoren sowie mehrere ehrenamtliche Helfer. Das Geb\u00e4ude werde trotz des Immobiliengesch\u00e4fts, zu dessen Bedingungen das Museum keine Auskunft gibt, genutzt wie bisher. Die Firma Schuklz bleibe Mieter. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Stadt Speyer hatte den Spinnerei-Gesamtkomplex &#8211; Fabrikationsgeb\u00e4ude samt l\u00e4ngst abgerissener Direktionsvilla, Nebenbauten und Schuppen &#8211; 1985 erworben. Sie war eingesprungen, als es nach dem Bankrott der &#8222;Baumwollspinnerei AG Speyer&#8220; 1967 fast 20 Jahre lang ein Hickhack um den\u00a0 Erhalt der Anwesen gegeben hatte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Geschichte eines der gr\u00f6\u00dften Speyerer Unternehmen des ausgehenden 19. Jahrhunderts spiegelt die Risiken unternehmerischen Wagemuts wider. &#8222;M\u00f6ge dieser erste Schritt, unsere Stadt auf die Bahn der Industrie zu lenken, von dem besten Erfolge begleitet sein&#8220;: So bejubelte der &#8222;Speierer Anzeiger&#8220; den Zusammenschluss mehrerer B\u00fcrger auch aus Landau, Kaiserslautern, Zweibr\u00fccken und Winterthur in der Schweiz, um dem Zimmermann Eppel in 10.272 qm gro\u00dfes Grundst\u00fcck im Nordwesten der ansiedlungsfreien Stadt abzukaufen. Das war im September 1867.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Aber das Konsortium um die Speyerer Georg Peter S\u00fcss (B\u00fcrgermeister), Louis Levinger (Tuchh\u00e4ndler), Ludwig Gilardone (Druckereibesitzer), Eduard Zimmermann (Papierfabrikant), die Gesch\u00e4ftsleute Adolf und Gustav Haffner, Ludwig Heydenreich und den praktischen Arzt Dr. Weltz musste sich lange gedulden. Und gab schlie\u00dflich auf, nachdem der Erwerb von Wertpapieren f\u00fcr die neu gegr\u00fcndete Aktiengesellschaft immer wieder stockte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">1889 dann gr\u00fcndete ein auch um den Brauereibesitzer Christian Sick erweiterter Kreis die &#8222;Speyerer Baumwoll-Spinnerei AG&#8220;. Noch im selben\u00a0 Jahr begannen die Bauarbeiten des wegen der N\u00e4he des Hauptbahnhofs g\u00fcnstig gelegenen Werkes. Das sich alsbald gut entwickelte &#8211; um 1900 waren in sieben Geb\u00e4ude 245 Leute mit dem Herstellen von Baumwolle besch\u00e4ftigt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Auch ein Gro\u00dfbrand am 15. Juni 1904 beeintr\u00e4chtigte die Entwicklung des Unternehmens nur kurz. Als im August 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach, bezogen 203 Frauen und 38 M\u00e4nner\u00a0 Lohn von der Spinnerei. Deren Direktion auch sozialgeschichtlich bedeutsame Entscheidungen traf: Bau von Arbeiterwohnungen und eines gro\u00dfen Hauses mit Betriebskindergarten und &#8222;Consumverein&#8220;. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Nach Kriegsende jedoch machten Weltwirtschaftskrise und Streiks das Werk derart marode, dass nur eine Verpachtung an die Vereinigten Textilwerke Wagner &amp; Moras AG in Zittau\/Sachsen Rettung versprach. Aber als auch dieses Unternehmen kr\u00e4nkelte, legte es 1932 das Werk in Speyer still &#8211; 413 Arbeitnehmer standen auf der Stra\u00dfe. Bis 1934. Dann setzten die Nazis die Spinnerei wieder in Gang.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Courier New;\"><span style=\"font-size: small;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Mit der Bayerischen Staatsbank als Hauptaktionm\u00e4r und dem Diplomingenieur Robert Schwab als Direktor machte die &#8222;Baumwollspinnerei AG Speyer&#8220; nach 1945 weiter. 22 Jahre sp\u00e4ter aber drehte sich die letzte Spindel. &#8222;Der unerwartet starke Preisverfall f\u00fcr die Produkte des Unternehmens&#8220; mache &#8222;die umgehende Liquidation unumg\u00e4nglich&#8220; verlautete im Oktober 1967 in der letzten Hauptversammlung. Speyer hatte auf einen Schlag 300 Arbeitslose mehr. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>&#8211; Wolfgang Kauer in DIE RHEINPFALZ; Bild: Vidmayer<br \/>\n<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 1. Januar 2014 Alleineigent\u00fcmer der fr\u00fcheren Baumwollspinnerei Seit Jahresbeginn ist die Stiftung Historisches Museum der Pfalz alleiniger Eigent\u00fcmer eines 1985 als Industriedenkmal ausgewiesenen riesigen Anwesens. 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