{"id":1141,"date":"2014-01-25T12:04:32","date_gmt":"2014-01-25T10:04:32","guid":{"rendered":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1141"},"modified":"2014-01-25T12:06:12","modified_gmt":"2014-01-25T10:06:12","slug":"denkmal-erinnert-an-attentat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1141","title":{"rendered":"Denkmal erinnert an Attentat"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #303e48;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>Steinerne Erinnerung an Ermordung des Separatistenf\u00fchrers am 9. Januar 1924<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #303e48;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Eine Tafel am Haus des Tatorts &#8222;Wittelsbacher Hof&#8220; und ein Denkmal auf dem Friedhof erinnern an ein Attentat, dem heute vor 90 Jahren in Speyer f\u00fcnf Menschen zum Opfer fielen. Es war der am 9. Januar 1924 auf den Separatistenf\u00fchrer und Pr\u00e4sidenten der Autonomen Pfalz, den Heinz Orbis genannten Franz Josef Heinz,\u00a0 erfolgreich ver\u00fcbte Mordanschlag eines von M\u00fcnchen und Heidelberg aus gesteuerten etwa 20-k\u00f6pfigen Kommandos radikaler Patrioten. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/800px-Heinz_Orbis_Speyer_JS-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-1142\" alt=\"800px-Heinz_Orbis_Speyer_JS-2\" src=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/800px-Heinz_Orbis_Speyer_JS-2-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><!--more--><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #303e48;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Den bei dem\u00a0 Mordkomplott von Separatisten erschossenen Attent\u00e4tern Franz Hellinger aus M\u00fcnchen und Franz Wiesmann aus Schollbrunn im Spessart (er war eine Zeitlang Assistent beim Finanzamt Speyer) gewidmet ist ein ungef\u00e4hr vier Kubikmeter umfassender Block aus Lavagestein, auf dem ein sechs Meter hohes Doppelkreuz aus Stahl thront. In den Steinklotz gemei\u00dfelt sind die Namen der Attent\u00e4ter, ihre Lebensdaten und zwei sich ergreifende H\u00e4nde. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Denkmal_Franz_Hellinger_und_Ferdinand_Wiesmann-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-1144\" alt=\"Denkmal_Franz_Hellinger_und_Ferdinand_Wiesmann-2\" src=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Denkmal_Franz_Hellinger_und_Ferdinand_Wiesmann-2-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #303e48;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Gedenkst\u00e4tte &#8211; dort sind die zwei Attent\u00e4ter beigesetzt &#8211; ist der Initiative &#8222;Arbeitsgemeinschaft zur Errichtung eines Wiesmann-Hellinger-Denkmals&#8220; zu verdanken. Sie sammelte die Mittel daf\u00fcr ein und vereinbarte mit der Stadt Speyer, dass sie &#8222;nach der Einweihung die weitere Pflege \u00fcbernimmt&#8220;. So jedenfalls nach dem Buch &#8222;Die Pfalzbefreier&#8220; von Gerhard Gr\u00e4ber und Matthias Spindler. Die Autoren erw\u00e4hnen auch die Initiatoren der Arbeitsgemeinschaft, darunter &#8222;die Speyerer Fabrikanten Eduard Heintz, Gustav Kuhn und Karl Schalk&#8220;.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #303e48;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Pflege und allj\u00e4hrliche Kranzniederlegung an dem Denkmal gingen offenbar bis 2001. Nach der Ausstrahlung eines Features des Buch-Mitverfassers Spindler auf SWR 2 &#8222;Anatomie eines Attentats&#8220; am 23. Februar 2002 teilte die Stadtverwaltung namens des Oberrb\u00fcrgermeisters Werner Schineller mit: &#8222;Es ist sicher nicht im Interesse des Oberb\u00fcrgermeisters, dass ein Kranz vor diesem Denkmal steht&#8220; und zudem, dass dieses Denkmal vom st\u00e4dtischen &#8222;Volkstrauertag-Rundgang&#8220; ausgenommen ist. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Dabei sei es geblieben, teilte Stadtsprecherin Barbara Fresenius auf RHEINPFALZ-Anfrage mit. Auch f\u00fchre\u00a0\u00a0 der Weg der Ehrendelegation am Volkstrauertag nicht mehr an der Grabst\u00e4tte vorbei. &#8222;Sie wird nicht in einer besonderen Form gepflegt. Da es sich ausschlie\u00dflich um einen Grabstein handelt, bel\u00e4uft sich der Pflegeaufwand auf null, sprich: ist mit keinem finanziellen Aufwand verbunden&#8220;. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #303e48;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Einweihung des Wiesmann-Hellinger-Denkmals durch Domkapitular Brauner am 10. Januar 1932 verlief pomp\u00f6s und offenbarte laut Gr\u00e4ber\/Spindler &#8222;die Instrumentalisierung des historischen Ereignisses f\u00fcr die aktuelle politische Auseinandersetzung im Jahr 1932&#8220;.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #303e48;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Auf dem Friedhof dr\u00e4ngten sich damals Tausende von Menschen, der Bayerische Rundfunk \u00fcbertrug die Einweihungsfeier live, wie man es heute ausdr\u00fccken w\u00fcrde. Reden hielten Oberb\u00fcrgermeister Leiling und Regierungspr\u00e4sident Pf\u00fclf als Vertreter des Staates Bayern. In dem Buch &#8222;Die Pfalzbefreier&#8220; hei\u00dft es weiter: &#8222;Schon vor dem offiziellen Beginn wurden von zahlreichen Vereinen und Organisationen Kr\u00e4nze niedergelegt. Die Ortsgruppe Speyer des &#8222;Stahlhelm&#8220; war genau so mit von der Partie wie das 1. Bayerische Infanterie-Regiment und, aus M\u00fcnchen angereist, der SS-Sturm Hellinger&#8220;.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #303e48;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Und weiter: &#8222;Reichspr\u00e4sident von Hindenburg, Reichskanzler Br\u00fcning und der bayerische Ministerpr\u00e4sident Held schickten Gr\u00fc\u00dfe und Kronprinz Rupprecht von Bayern den Pr\u00e4sidenten des Bayerischen Kriegerbundes, damit dieser einen Kranz im Namen des Prinzen niederlege. H\u00f6hepunkt und kr\u00f6nender Abschluss der Feier: Drei Maschinen der Luftfahrtvereine in Neustadt und Mannheim umkreisten tief das Ehrenmal und warfen fast zielgenau zwei Kr\u00e4nze ab&#8220;. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #303e48;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Vor dem Mittagessen von etwa 200 Teilnehmern der Trauerfreier am Tatort\u00a0 &#8222;Wittelsbacher Hof&#8220; wurde am Hoteleingang eine Gedenktafeln enth\u00fcllt&#8220;. In den 1970-er Jahre wurde sie entfernt, 2005 auf Anregung des Historikers Spindler eine andere angebracht. \u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"color: #303e48;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>&#8222;Autonome Pfalz&#8220;<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Als die Pfalz nach dem 1. Weltkrieg besetzt war, entwickelten sich mit Billigung der Franzosen Tendenzen, das Gebiet innerhalb des deutschen Reiches eigenst\u00e4ndig werden zu lassen und es sp\u00e4ter an Frankreich anzulehnen.\u00a0 Regierungssitz der &#8222;Autonomen Pfalz&#8220; war Speyer, ihr Pr\u00e4sident der aus dem nordpf\u00e4lzischen Orbis stammende Franz Josef Heinz. Um den Separatismus zu bek\u00e4mpfen und die Verbindung zur pf\u00e4lzischen Verwaltung zu halten, gr\u00fcndete die Regierung Bayerns die &#8222;Zentralstelle f\u00fcr pf\u00e4lzische Angelegenheiten und Haupthilfsstelle f\u00fcr die Pfalz&#8220;. Beide hatten ihren Sitz zun\u00e4chst in Mannheim und danach in Heidelberg und damit au\u00dferhalb franz\u00f6sischer Besatzungsreichweite.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Der Heinz Orbis genannte Pr\u00e4sident der &#8222;Autonomen Pfalz&#8220; hatte mit Hilfe seines &#8222;Pf\u00e4lzischen Corps&#8220; im Oktober 1923 die Kontrolle \u00fcber Kaiserslautern, Neustadt und Landau erlangt. Als die pf\u00e4lzische Regierung und der Kreistag aufgaben, rief Heinz am 12.\u00a0November 1923 in Speyer die &#8222;Autonome Pfalz im Verband der Rheinischen Republik&#8220; <i>aus. <\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Der Anschlag in Speyer leitete ihr Ende ein. Nach dem Sturm auf das Bezirksamt Pirmasens am 12.\u00a0Februar 1924 mit 24 Toten und zw\u00f6lf Schwerverletzten handelte auf britische Anregung eine Kommission der Allierten das &#8222;Speyerer Abkommen&#8220; aus, in dem der Abzug der Separatisten und der \u00dcbergang der Verwaltung auf die (bayerische) Kreisregierung geregelt wurden. \u00a0<b>&#8211; Wolfgang Kauer <b>(aus der Reihe: Stadtgeschichte(n) in der RHEINPFALZ, 2014); Bilder: wikipedia<br \/>\n<\/b><br \/>\n<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wer mehr wissen m\u00f6chte:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Autonome_Pfalz\" target=\"_blank\">Autonome Pfalz bei wikipedia<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Oral History: Jakob Sch\u00e4fer (1)\" href=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=672\" target=\"_blank\">Oral History Beitrag von Jakob Sch\u00e4fer, der die K\u00e4mpfe in Speyer miterlebte<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steinerne Erinnerung an Ermordung des Separatistenf\u00fchrers am 9. Januar 1924 Eine Tafel am Haus des Tatorts &#8222;Wittelsbacher Hof&#8220; und ein Denkmal auf dem Friedhof erinnern an ein Attentat, dem heute vor 90 Jahren in Speyer f\u00fcnf Menschen zum Opfer fielen. Es war der am 9. 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