{"id":1453,"date":"2014-06-04T06:33:31","date_gmt":"2014-06-04T04:33:31","guid":{"rendered":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1453"},"modified":"2014-06-04T11:09:16","modified_gmt":"2014-06-04T09:09:16","slug":"als-speyer-am-boden-zerstoert-war","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1453","title":{"rendered":"Als Speyer am Boden zerst\u00f6rt war"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>STADTGESCHICHTE(N): Am 31. Mai 1689 lie\u00df Sonnenk\u00f6nig Ludwig XIV. die Stadt niederbrennen <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als Speyer vor 325 Jahren zum drittenmal nach den Alamannen-\u00dcberf\u00e4llen im dritten und f\u00fcnften Jahrhundert n. Chr. zerst\u00f6rt worden war, schien es eine Verw\u00fcstung f\u00fcr immer. Doch zehn Jahre nach der auf Befehl von Ludwig XIV., K\u00f6nig von Frankreich und Navarra, am 31. Mai 1689 niedergebrannten Stadt und der Flucht ihrer Bewohner kehrten die ersten Speyerer zur\u00fcck. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><a href=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_0170.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1455\" alt=\"IMG_0170\" src=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_0170-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_0170-300x200.jpg 300w, http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_0170-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Speyerer Mai-Katastrophe ist nicht exakt <!--more-->darzustellen. Schilderungen fu\u00dfen auf Erinnerungen, geschrieben von Leuten, die keine Zeugen der Vorg\u00e4nge waren. Realistisch, wenn auch im Zeitstil weitschweifig, sind die Aufzeichnungen des vermutlich aus dem heute wallonischen Teil Belgiens stammenden Du Mont (Vorname nicht \u00fcberliefert). Mit Duldung der Heeresleitung berichtete er wahrscheinlich f\u00fcr das Verlagsunternehmen Etienne Foulque &amp; Francois L&#8217;Honor\u00e9 \u00fcber die Schaupl\u00e4tze des Pf\u00e4lzischen Erbfolgekriegs, auch Orleanscher Krieg genannt, in Speyer, der Pfalz und Baden.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Ursprung 1685<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Zerst\u00f6rung Speyers hatte ihren Ursprung im Jahr 1685. Da starb Kurf\u00fcrst Karl von der Pfalz, was Ludwig XIV. veranlasste, f\u00fcr seine Schw\u00e4gerin Elisabeth Charlotte, die Lieselotte von der Pfalz, Gebietsanspr\u00fcche im Pf\u00e4lzischen zu erheben. Es wurde lange, aber ergebnislos verhandelt, und am 28. September 1688 zogen 14 franz\u00f6sische Reiterkompanien in Speyer ein.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im Februar 1689 begannen die Franzosen, mit Hilfe von dazu gezwungenen Einheimischen, mehrere Stadtmauern und -t\u00fcrme abzurei\u00dfen, Zugbr\u00fccken abzuschlagen, Stadtgr\u00e4ben aufzuf\u00fcllen. Den Speyerer schwante Schlimmes. Sie sollten Recht behalten: Am 23. Mai wurde die Evakuierung der Stadt verk\u00fcndet, gleichzeitig jedoch versichert, sie w\u00fcrde keinesfalls &#8222;verbrennet&#8220;. Aber vier Tage sp\u00e4ter verk\u00fcndete General Montclar den Befehl aus Paris, au\u00dfer dem Dom die ganze Stadt samt Kirchen und Kl\u00f6stern in Brand zu stecken.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach Recherchen des Heimatforschers Fritz Klotz begannen damit 24 Soldaten am sp\u00e4ten Nachmittag des 31. Mai, dem Dienstag nach Pfingsten, in der N\u00e4he des Weidenbergs. Weil es windstill war, setzte sich der Brand nur langsam fort, erreichte aber schon am Morgen des 1. Juni die Ro\u00dfmarktstra\u00dfe und die Stuhlbrudergasse. Um den nahen Dom zu sch\u00fctzen, wurden die D\u00e4cher angrenzender Geb\u00e4ude abgerissen und Wasserbeh\u00e4lter bereitgestellt. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ab ein in der Nacht zum 2. Juni aufkommender Gewittersturm entfachte das Feuer zus\u00e4tzlich. Bald brannten die H\u00e4user in der Herdstra\u00dfe, in der Pfaffengasse, dann stoben Funken auf den Dom und wenig sp\u00e4ter brannte dessen Langhausdach. Gew\u00f6lbe brachen ein, Alt\u00e4re, Gest\u00fchl und alles, was die B\u00fcrger und die Geistlichkeit an Mobilar im Dom-innern untergestellt hatte, wurde vernichtet.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Unversehrt blieben das Altp\u00f6rtel, die Gilgenvorstadt, die zu Milit\u00e4rlazaretten umfunktionierten Kl\u00f6ster der Karmeliter und Kapuziner und im Weste das St. Klarakloster. Das bereits zur Sprengung vorbereitete Altp\u00f6rtel wurde verschont, nachdem die Klosterbr\u00fcder knief\u00e4llig darum baten. Au\u00dferdem hatte der die Stadtzerst\u00f6rung beobachtende Marschall Duras in dem Altp\u00f6rtel-nahen Karmeliterkoster Quartier bezogen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Bilanz der Schreckenstage: In Tr\u00fcmmern lagen 788 B\u00fcrgerh\u00e4user, 23 st\u00e4dtische Geb\u00e4ude, darunter der Ratshof (St\u00e4tte von \u00fcber 50 Reichstagen), 14 Zunftstuben, die Stifte am Dom, St. Guido, St. Allerheiligen und St. German, f\u00fcnf Kl\u00f6ster, acht Kirchen und 14 Kapellen. Der Dom war teilweise zerst\u00f6rt. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Einst 76 T\u00fcrme<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mit der Zerst\u00f6rung der im 17. Jahrhundert etwa 6000 Einwohner z\u00e4hlenden Stadt vollendeten die Soldaten des Sonnenk\u00f6nigs, was im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg und den folgenden Auseinandersetzungen zwischen Franzosen, Schweden, Spaniern, den protestantischen Unionstruppen des Grafen von Mansfeld und den katholischen Kaiserlichen des Feldmarschalls Tilly begonnen hatte. Nach Pfingsten 1689 vernichteten franz\u00f6sische Pioniere wochenlang alle vom Brand nicht oder nicht ganz zerst\u00f6rten H\u00e4user, rissen Ruinen ab und schlugen Keller ein. Bis Ende 1697 verhinderten Wachen das Betreten des Tr\u00fcmmerfeldes. W\u00e4hrend etwa zehn Jahren verrotteten die Reste vollends, dann durften sich R\u00fcckkehrer und Zuwanderer an den Wiederaufbau machen. Beim Schleifen der Stadtmauern &#8211; auch die vier Au\u00dfenbezirke Gilgen-Vorstadt, Altspeier, Vorstadt \u00fcber dem Hasenpfuhl und Fischer-Vorstadt waren ummauert &#8211; zerst\u00f6rt wurden 76 T\u00fcrme, davon 22 im Stadtkern. Manche T\u00fcrme wurden noch im 19. Jahrhundert abgebaut. &#8211; <b>Wolfgang Kauer, aus der Reihe Stadtgeschite(n) in der RHEINPFALZ, 2014, Bild: Vidmayer<br \/>\n<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>STADTGESCHICHTE(N): Am 31. Mai 1689 lie\u00df Sonnenk\u00f6nig Ludwig XIV. die Stadt niederbrennen Als Speyer vor 325 Jahren zum drittenmal nach den Alamannen-\u00dcberf\u00e4llen im dritten und f\u00fcnften Jahrhundert n. Chr. zerst\u00f6rt worden war, schien es eine Verw\u00fcstung f\u00fcr immer. Doch zehn Jahre nach der auf Befehl von Ludwig XIV., K\u00f6nig von Frankreich und Navarra, am 31. 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