{"id":1598,"date":"2014-10-12T18:51:44","date_gmt":"2014-10-12T16:51:44","guid":{"rendered":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1598"},"modified":"2014-10-12T18:55:29","modified_gmt":"2014-10-12T16:55:29","slug":"die-kaiser-vom-domgarten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1598","title":{"rendered":"Die Kaiser vom Domgarten"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die f\u00fcr 2015 vorgesehene Teilsanierung der Dom-Vorhalle lenkt den Blick auf ein Vorhaben in der Nazi-Zeit. In der Vorhalle der Kathedrale sollten die vier im Domgarten postierten Figurengruppen um die in Speyer begrabenen Salier-Kaiser stehen. Die Denkm\u00e4ler sind seit <!--more-->etwa f\u00fcnf Jahrzehnten im Domgarten postiert, nachdem sie etwa 20 Jahre lang im Hof des Staatsarchivs &#8222;verwahrt&#8220; worden waren. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Geschichte der Steinplastiken von Kaiser Konrad nebst Gattin Gisela und der Kaiser Heinrich III., IV und V. ist nicht allgemein unbekannt. Sie wurde 1994 im Band 92 der Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz dargestellt und steht im Zusammenhang mit dem um 1939\/40 geplanten gigantischen &#8222;Gegendom&#8220;.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Das Steinquartett im Domgarten ist ein Auftrag des nationalsozialistischen Reichsinnenministers Wilhelm Frick im M\u00e4rz 1937 an den Bildhauer Ludwig Cauer aus Bad Kreuznach. Frick stammte aus dem nordpf\u00e4lzischen Alsenz und hatte sich als sein &#8222;Werk in der Heimat&#8220; die Umgestaltung des Speyerer Doms vorgenommen. Dem K\u00fcnstler kam die Bestellung vermutlich sehr gelegen. Er hatte bereits 1927 Skizzen zu diesem Thema angefertigt und sie bei der Dom-Ausstellung 1930 pr\u00e4sentiert. 1934 wurden die Entw\u00fcrfe in der Preu\u00dfischen Akademie der K\u00fcnste in Berlin ausgestellt. Schon damals hatte Cauer die Figuren Konrads II. und Giselas geschaffen. Frick hatte offenbar davon geh\u00f6rt oder sie gar gesehen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die vier Figurengruppen sollten 1938 in den Nischen der Domapsis (halbrunder Chorraum) aufgestellt werden. Das aber lehnt Bischof Ludwig Sebastian ab. Das war den Nazis eine Lehre: Sie fragten weder den Bischof noch das Domkapitel, als sich eine dreizehnk\u00f6pfige Kommission am 2. Dezember 1938 im Dom traf und beschloss, die Salierkaiser in der Vorhalle zu platzieren. Daf\u00fcr sollten die dort postierten, aus dem 19. Jahrhundert stammenden Herrscherdenkm\u00e4ler in die Kaiserhalle \u00fcber der Vorhalle umquartiert werden.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Bischof und Domkapitel lehnten auch das ab. Daraufhin wiesen Oberb\u00fcrgermeister Leilling und Museumsdirektor Sprater in einem Brief auf die m\u00f6glichen Folgen hin, zumal der Reichsinnenminister &#8222;starkes Interesse&#8220; an dem Plan habe. Das Domkapitel gab bei, wenn auch unter Vorbehalt. Vor geplanten Aufstellung in der Domvorhalle wurden die vier Figurengruppe noch zu einer Ausstellung nach Berlin transportiert, fanden dort aber nicht die Zustimmung aller Experten.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Salier-Denkm\u00e4ler sollten einer weitgehenden Umgestaltung des Doms vorangehen. Den besichtigte Hitlers Star-Architekt Albert Speer im Juni 1939 und machte sich offensichtlich Gedanken um bauliche Ver\u00e4nderungen. Mehr noch: In einem anonymen Schreiben an Domkapitular Heu\u00dfner wurde am 27. Februar 1941 mitgeteilt, dass &#8222;in K\u00fcrze eine Ausgestaltung des Doms als Nationalheiligtum in Auftrag gegeben wird&#8220;. Und in diesem Zusammenhang aus der Bischofswohnung im bisch\u00f6flichen Palais die Unterkunft f\u00fcr eine &#8222;Ewige Wache&#8220; der Dom-Kaisergr\u00e4ber werden sollte.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Zu alldem kam es nicht mehr. Erst machte der &#8222;Gegendom&#8220; den Plan der Ver\u00e4nderungen im und am eigentlichen Dom ein Ende, dann bereitete das vorgeschrittene Kriegsgeschehen allen Pl\u00e4nen den Garaus.(wk\/Die Rheinpfalz)<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"ShortCode_Div\">[osm_map lat=&#8220;49.316&#8243; lon=&#8220;8.443&#8243; zoom=&#8220;18&#8243; width=&#8220;600&#8243; height=&#8220;450&#8243; type=&#8220;Mapnik&#8220;]<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die f\u00fcr 2015 vorgesehene Teilsanierung der Dom-Vorhalle lenkt den Blick auf ein Vorhaben in der Nazi-Zeit. 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