{"id":1799,"date":"2015-02-27T10:17:48","date_gmt":"2015-02-27T08:17:48","guid":{"rendered":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1799"},"modified":"2015-02-27T10:20:24","modified_gmt":"2015-02-27T08:20:24","slug":"die-judenretter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1799","title":{"rendered":"Die Judenretter"},"content":{"rendered":"<p><b>Der fr\u00fchere Speyerer Architekt Gilgenberg und seine Frau Sofia<\/b><\/p>\n<p>Der im Speyer der Nachkriegsjahre bekannte Architekt Pauljosef Gilgenberg, Planer und Bauleiter des LVA-Hochhauses (heute Deutsche Rentenversicherung), hat Nachruhm erlangt. Aus Buch &#8222;Papierk\u00fcsse. Briefe eines j\u00fcdischen Vaters aus der Haft 1942\/43&#8220;, geht hervor, dass Gilgenberg und <!--more-->seine Frau Sofia in ihrem vormaligen Wohnort Falkensee bei Berlin eine j\u00fcdische Frau und deren zwei Kinder versteckten und sie vor der Nazi-Verfolgung bewahrten.<\/p>\n<p>In dem im Klett-Verlag erschienen Buch aus Briefen des im KZ ermordeten Ungarn Pali Meller hei\u00dft es: In Falkensee hatten seine Ehefrau Franzi mit Tochter Barbara und Sohn Pila &#8222;Unterschlupf bei Familie Gilgenberg gefunden, die abseits von Berliner Machtzentrum in ,privilegierter Mischehe&#8216; mit ihrer kleinen Tochter Gisela lebte&#8220;. Frau Meller hatte die zum Katholizismus \u00fcbergetretene J\u00fcdin Sofia Gilgenberg in der Berliner Ballettschule der Choreografin Tanja Gsovsky kennengelernt, wo Barbara Meller und Gisela Gilgenberg \u00fcbten.<\/p>\n<p>Weiter hei\u00dft es: &#8222;Trotz ihrer eigenen Bedrohung hatte Sofia Gilgenberg nicht gez\u00f6gert, die drei Berliner \u00a0aufzunehmen. Pauljosef Gilgenberg richtete einen Kellerraum daf\u00fcr her. Ein besonderes System warnte vor jeder Razzia&#8220;.<\/p>\n<p>Der am ersten Weihnachtsfeiertag 1972 verstorbene \u00a0Pauljosef Gilgenberg, ein Rheinl\u00e4nder, wurde w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs nach Speyer dienstverpflichtet. Wie es im Parteijargon hie\u00df, &#8222;um in Erf\u00fcllung vaterl\u00e4ndischer Pflicht zwecks Vorbereitung der kriegsbedingten Errichtung eines Zweigwerks von\u00a0 Siemens &amp; Halske&#8220; t\u00e4tig zu werden&#8220;. Er, seine Frau Sofia und Tochter Gisela blieben nach 1945 in der Stadt am Rhein. Sofia Gilgenberg er\u00f6ffnete ein Modengesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>Pauljosef Gilgenberg hinterlie\u00df in seiner neuen Heimat viele Spuren. Er baute das Lehrerseminar in der Johannesstra\u00dfe zur Verwaltungsakademie um, dem Vorl\u00e4ufer der Hochschule f\u00fcr Verwaltungswissenschaften (heute ist dort das Finanzamt). Danach engagierte ihn die Landesversicherungsanstalt (LVA) Rheinland-Pfalz f\u00fcr mehrere Um- und Neubauten im Bundesland. F\u00fcr die BASF plante er das Jugenddorf Limburgerhof. Daneben entwarf der Neu-Speyerer ein Wohnhochhaus in Ludwigshafen.<\/p>\n<p>Nach seinen Pl\u00e4nen wurden Gesch\u00e4ftsh\u00e4user wie die Zweigstelle der Hypotheken- und Wechselbank, an der Ecke Schustergasse\/Maximilianstra\u00dfe, die Berufs- und die Burgfeldschule gebaut. Und neben Privath\u00e4usern schuf er ab 1957 Speyers ersten Wolkenkratzer, das 14-Stockwerke-Hochhaus der LVA. &#8222;Pauljosef Gilgenberg hat das Gesicht Speyers mitgepr\u00e4gt&#8220; befand Alt-Oberb\u00fcrgermeister Christian Ro\u00dfkopf. \u00a0&#8211;\u00a0<b>Wolfgang Kauer<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der fr\u00fchere Speyerer Architekt Gilgenberg und seine Frau Sofia Der im Speyer der Nachkriegsjahre bekannte Architekt Pauljosef Gilgenberg, Planer und Bauleiter des LVA-Hochhauses (heute Deutsche Rentenversicherung), hat Nachruhm erlangt. Aus Buch &#8222;Papierk\u00fcsse. 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