{"id":1806,"date":"2015-02-28T09:48:13","date_gmt":"2015-02-28T07:48:13","guid":{"rendered":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1806"},"modified":"2015-02-28T09:48:13","modified_gmt":"2015-02-28T07:48:13","slug":"der-riese-von-speyer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=1806","title":{"rendered":"Der Riese von Speyer"},"content":{"rendered":"<p>Jahrhunderte lang demonstrierte die Speyerer Stadtobrigkeit ihre St\u00e4rke, indem sie und ihr Rat \u00f6ffentlich vorzeigten, dass ihnen selbst ein Gigant nicht gewachsen ist.<\/p>\n<p>Am alten Ratshof auf dem heutigen Domhof-Gel\u00e4nde an der Himmelsgasse und anf\u00e4nglich auch am Toreingang des 1726 bezogenen Rathauses an der Maximilianstra\u00dfe (damals Kr\u00e4mergasse) waren gewaltige Gebeine angebracht. Es sei die Hinterlassenschaft eines gewissen Olps, eines enorm gro\u00dfen Kerls, der einst die Stadt bedroht habe und im vierten Jahrhundert bei einem Angriff ums Leben kam.<\/p>\n<p>Wie erst 1824 herausgefunden\u00a0 wurde, stammten die enormen Knochen nicht von einem Menschen. Zun\u00e4chst machte der seinerzeit &#8222;hoch gesch\u00e4tzte&#8220; Medizinalrat Ehrmann den Knochen, der im Gegensatz zum anderen den Stadtbrand von 1689 offenbar nicht sehr besch\u00e4digt \u00fcberstanden hatte, als &#8222;das Wirbelbein eines Walfischs, den Gr\u00f6nlandfahrer nach Speyer gebracht haben&#8220;aus.<\/p>\n<p>1869 aber, als das &#8222;Museum der Pfalz&#8220; im Realgymnasium an der Wormser Stra\u00dfe (heute Direktion der Kreis- und Stadtsparkasse) untergebracht war, erkannten die Konservatoren Mayrhofer und Harster in dem Gebein &#8222;den Wirbelknochen von einem Mammut&#8220;. Als solcher kam er 1910 in das gerade er\u00f6ffnete Historische Museum der Pfalz. Das \u00fcberlie\u00df ihn vor einigen Jahren dem Pfalzmuseum f\u00fcr Naturkunde Bad D\u00fcrkheim, bzw. dessen Zweigstelle auf der Burg Lichtenberg bei Kusel.<\/p>\n<p>Mit der Geschichte des Speyerer Riesen Olps &#8211; vermutlich die mundartliche Wiedergabe von &#8222;Alp&#8220; (b\u00f6ser Kobold) &#8211;\u00a0 besch\u00e4ftigten sich 1927 der auch in Speyer t\u00e4tige Gymnasiallehrer und Heimatforscher Lukas Gr\u00fcnenwald und 2005 Ludwig Wien in &#8222;Speyer &#8211; Geschichte und Geschichten&#8220;. Beide berufen sich auf Erkenntnisse, die der auch als Schilderer des 1689 zerst\u00f6rten Speyer bekannten Franzosen \u00a0Jean Du Mont, Baron de Carlscroon, in seinem Bericht &#8222;Nouveau voyage au Levante&#8220; und 1734 der Pater Aloysius Bega als Beauftragter seines Ordens aus dem franz\u00f6sischen Tr\u00e9voux\/Region Rhone-Alpes festgehalten hatten. Du Mont sah die beiden Knochen offenbar noch selbst.<\/p>\n<p>Nach der \u00dcberlieferung m\u00fcsste der Riese Olps zwischen zehn und 14 Metern gro\u00df gewesen sein, der erhalten gebliebene (Mammut-)Knochen deutet darauf hin. Funde dieser pr\u00e4historischen R\u00fcsseltr\u00e4ger gab es auch im Speyerer Raum. 1926 entdeckte Willi Fix auf einer Kiesbank nahe der Rheinh\u00e4user F\u00e4hre einen 1,70 m langen Sto\u00dfzahn. \u00a0&#8211; Wolfgang Kauer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahrhunderte lang demonstrierte die Speyerer Stadtobrigkeit ihre St\u00e4rke, indem sie und ihr Rat \u00f6ffentlich vorzeigten, dass ihnen selbst ein Gigant nicht gewachsen ist. Am alten Ratshof auf dem heutigen Domhof-Gel\u00e4nde an der Himmelsgasse und anf\u00e4nglich auch am Toreingang des 1726 bezogenen Rathauses an der Maximilianstra\u00dfe (damals Kr\u00e4mergasse) waren gewaltige Gebeine angebracht. 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