{"id":239,"date":"2012-09-11T19:44:19","date_gmt":"2012-09-11T17:44:19","guid":{"rendered":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/?p=239"},"modified":"2013-09-28T12:23:46","modified_gmt":"2013-09-28T10:23:46","slug":"vortrag-vom-10-9-12-sportpolitik-und-parteiideologie-im-grosdeutschen-reich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=239","title":{"rendered":"Vortrag vom 10.9.12: Sportpolitik und Parteiideologie im Gro\u00dfdeutschen Reich"},"content":{"rendered":"<p>[flowplayer src=&#8217;20120910VortragHerzog.flv&#8216;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sportpolitik und Parteiideologie im Gro\u00dfdeutschen Reich: Der Konflikt der kurpf\u00e4lzischen Trainerlegende Sepp Herberger mit dem oberbayerischen NS-Sportfunktion\u00e4r Karl Oberhuber<\/strong><\/p>\n<p>Joseph &#8222;Sepp&#8220; Herberger, der bedeutendste Trainer in der ruhmreichen Historie des Deutschen Fu\u00dfball-Bundes, hatte sich in der NS-Zeit mehrfach mit politischen Eingriffen in seine Arbeit auseinanderzusetzen. Allgemein bekannt sind die Ereignisse nach dem &#8222;Anschluss&#8220; \u00d6sterreichs im Fr\u00fchjahr 1938. Herberger wurde von der Reichssportf\u00fchrung angewiesen, f\u00fcr die in Paris ausgetragene Fu\u00dfballweltmeisterschaft 1938 kurzfristig eine &#8222;Gro\u00dfdeutsche Nationalmannschaft&#8220; mit Spielern aus der &#8222;Ostmark&#8220; (\u00d6sterreich) und dem &#8222;Altreich&#8220; aufzustellen. Politische Willk\u00fcr hatte \u00fcber sportlichen Sachverstand gesiegt: Deutschland schied bereits im Achtelfinale gegen die Schweiz aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>Bald darauf musste sich Herberger erneut eines politischen Gegners erwehren: Deutsche Truppen hatten bereits halb Europa im Sturm genommen, als ein bayerischer Sportfunktion\u00e4r und tiefbrauner Parteibonze sich anschickte, seine Vision eines wahrhaft deutschen Angriffsfu\u00dfballs durchzusetzen. Es war der Bereichssportf\u00fchrer Karl Oberhuber, Stellvertreter des Reichssportf\u00fchrers in Bayern und Chefadjutant des bayerischen Innenministers und Gauleiters Adolf Wagner, der mit superoffensivem, v\u00f6lkischem &#8222;Blitzkriegfu\u00dfball&#8220; Sportgeschichte schreiben wollte. Nach anf\u00e4nglichen Erfolgen Oberhubers gelang es Herberger jedoch, mit dem ihm eigenen diplomatischen Geschick, seine &#8222;Defensivtaktik&#8220; beizubehalten und den Rivalen ins sportpolitische Abseits laufen zu lassen.<br \/>\nVon besonderem Interesse f\u00fcr die pf\u00e4lzische Regionalgeschichte ist die Tatsache, dass Oberhuber im Schulterschluss mit Gauleiter Josef B\u00fcrckel und gegen den Willen Herbergers das junge Spielergenie Fritz Walter vom 1. FC Kaiserslautern zum Fu\u00dfball-Verein Metz nach Lothringen transferieren wollte. Aber auch mit dieser Initiative ist Oberhuber gescheitert.<strong>Der Referent: Dr. Markwart Herzog ist Sporthistoriker und leitet als Direktor die Schwabenakademie Irsee.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[flowplayer src=&#8217;20120910VortragHerzog.flv&#8216;] &nbsp; Sportpolitik und Parteiideologie im Gro\u00dfdeutschen Reich: Der Konflikt der kurpf\u00e4lzischen Trainerlegende Sepp Herberger mit dem oberbayerischen NS-Sportfunktion\u00e4r Karl Oberhuber Joseph &#8222;Sepp&#8220; Herberger, der bedeutendste Trainer in der ruhmreichen Historie des Deutschen Fu\u00dfball-Bundes, hatte sich in der NS-Zeit mehrfach mit politischen Eingriffen in seine Arbeit auseinanderzusetzen. 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