{"id":680,"date":"2013-06-08T10:32:53","date_gmt":"2013-06-08T08:32:53","guid":{"rendered":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/?p=680"},"modified":"2013-11-26T17:58:11","modified_gmt":"2013-11-26T15:58:11","slug":"die-salzturmbrucke","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=680","title":{"rendered":"Die Salzturmbr\u00fccke"},"content":{"rendered":"<p>Sie bildet das dritte Verbindungsglied zwischen dem Altstadtherzen von Speyer und der ehemaligen \u201cHasepiehler\u201d Vorstadt. 1305 wird sie als \u201csaltzbr\u00fccke\u201d erstmals genannt, doch wie kam sie zu ihrem Namen?<\/p>\n<p>Durch den einstigen Salzturm.<\/p>\n<p>Im Jahre 1280 soll der Turm gebaut und vier Jahre sp\u00e4ter durch Koenig Rudolf von Habsburg gutgehei\u00dfen worden sein. Er geh\u00f6rte damals zu den 21 starken Stadtt\u00fcrmen der Innenstadt. Die Salzsiederzunft, zu der auch Seiler und \u00d6lhaendler z\u00e4hlten, \u00fcbernahm die Verteidigung dieses Stadttores in Kriegszeiten. Au\u00dferdem beherbergte der Salzturm bis zur franz\u00f6sischen Revolution neben dem Bettelvogt mehrere hundert Jahre lang ein \u201cpeinliches Gef\u00e4ngnis\u201d. Dies war die milde Umschreibung der gef\u00fcrchteten Folterkammer Speyers, in der Gest\u00e4ndnisunwillige im Mittelalter zum Sprechen gebracht wurden. Sogenannte \u201cspanische Stiefel\u201d oder \u201cgespickte Hasen\u201d standen im dritten Stock des Turmes dem Scharfrichter zur Verf\u00fcgung\u2026<\/p>\n<p>Im Erdgeschoss des Salzturmes wohnte der Speyerer Bettelvogt, der sich der Armen der Stadt sowie armen Durchreisenden und Vagabunden anzunehmen hatte. 1819 wurde der Salzturm gleich den angrenzenden Stadtmauern mangels Baumaterial abgebrochen. Ein Bildnis des Salzturms hat uns der Frankfurter Maler Sch\u00fctz (um 1760) hinterlassen, das im historischen Museum in Speyer bewundert werden kann.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/salzturmbruecke02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" alt=\"salzturmbruecke02\" src=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/salzturmbruecke02-150x150.jpg\" width=\"384\" height=\"384\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zur\u00fcck zur Salzturmbr\u00fccke. Auf ihrer n\u00f6rdlichen Seite, in der Hasenpfuhlstrasse, lag im Mittelalter noch eine M\u00fchle. Zuerst in st\u00e4dtischem Besitz, sp\u00e4ter dem Elendherbergsalmosen geh\u00f6rend, wurde sie im 15. Jahrhundert als \u201cWalkm\u00fchle \u00fcber Hasenpfuhl\u201d an die Weberzunft verpachtet. Drei Jahrhunderte sp\u00e4ter konnte man hier von einer Krappm\u00fchle lesen. Bis zum Sommer 1910 \u00fcberspannte die Salzturmbr\u00fccke den Nonnenbach wahrscheinlich noch in urspr\u00fcnglichem Zustand, n\u00e4mlich in vier B\u00f6gen. Vier Joche, auf schmalen und gegen die Str\u00f6mung des Bachs zugespitzten Pfeilern, trugen dabei die schwere Last des grauen Sandsteinbauwerks. Eigenartigerweise waren die vier Joche in der Konstruktion schiefwinklig zur L\u00e4ngsachse der Br\u00fccke ausgerichtet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/salzturmbruecke01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" alt=\"salzturmbruecke01\" src=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/salzturmbruecke01-150x150.jpg\" width=\"324\" height=\"324\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Historischen Museum kann man heute noch drei Bogenfaenger sowie einen zugeh\u00f6rigen Kragstein dieser \u201calten\u201d Salzturmbr\u00fccke begutachten. Nachdem sie Anfang des 20. Jahrhunderts erst durch eine gemauerte Ein-Bogen-Konstruktion abgel\u00f6st wurde, erfolgte keine 70 Jahre sp\u00e4ter bereits die zweite \u201cVerwandlung\u201d. Denn der Sanierungsdrang und die verkehrlichen Erfordernisse Speyers machten den erneuten Abriss der \u201caltehrw\u00fcrdigen\u201d Verbindung zwischen Altstadt und Hasenpfuhl notwendig. Vergleicht man die heutige Version der Salzturmbr\u00fccke mit ihrer \u2013 vermutlich aus dem 14. Jahrhundert stammenden \u2013 urspr\u00fcnglichen Form: Dem Autor jedenfalls gef\u00e4llt das Original besser als das moderne Plagiat. Im Zuge einer \u201cStadtteilverbindungsstra\u00dfe\u201d (Verkehrsplaner-Sprache) wurde die Salzturmbr\u00fccke 1977 zur 60 Tonnen tragenden Stra\u00dfenbr\u00fccke.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/16305-Salzturmbr\u00fccke-fr\u00fchestens-1910.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-1022 aligncenter\" alt=\"16305-Salzturmbr\u00fccke-fr\u00fchestens 1910\" src=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/16305-Salzturmbr\u00fccke-fr\u00fchestens-1910-150x150.jpg\" width=\"237\" height=\"237\" \/><\/a><\/p>\n<p>Quelle: Speyer und seine Bruecken, ISBN 3-87928-873-9<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie bildet das dritte Verbindungsglied zwischen dem Altstadtherzen von Speyer und der ehemaligen \u201cHasepiehler\u201d Vorstadt. 1305 wird sie als \u201csaltzbr\u00fccke\u201d erstmals genannt, doch wie kam sie zu ihrem Namen? Durch den einstigen Salzturm. Im Jahre 1280 soll der Turm gebaut und vier Jahre sp\u00e4ter durch Koenig Rudolf von Habsburg gutgehei\u00dfen worden sein. 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