{"id":979,"date":"2013-10-10T19:42:31","date_gmt":"2013-10-10T17:42:31","guid":{"rendered":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=979"},"modified":"2013-10-10T19:42:31","modified_gmt":"2013-10-10T17:42:31","slug":"schanzen-um-speyer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/?p=979","title":{"rendered":"Schanzen um Speyer"},"content":{"rendered":"<p>Im Rheinwald s\u00fcdostw\u00e4rts der Stadt liegt zwischen den Waldgewannen &#8222;Unterer Salmengrund&#8220; und &#8222;Ratsw\u00f6rth&#8220; eine kleinere Waldparzelle, genannt &#8222;Sch\u00e4nzel&#8220;. Der Name erinnert an eine ehemalige Befestigungsanlage. Wer sich die M\u00fche macht und das &#8222;Sch\u00e4nzel&#8220; aufsucht &#8211; wohlgemerkt aber in einer schnakenfreien Zeit &#8211; der findet tats\u00e4chlich in diesem Gewann die Reste einer kleineren Schanze. Gar so leicht ist das &#8222;Sch\u00e4nzel&#8220; aber nicht zu entdecken. Ganz in der N\u00e4he einer Buchenwaldung, etwa 9 Meter vom Leinpfad entfernt, st\u00f6\u00dft man schlie\u00dflich auf die Nordostecke des &#8222;Sch\u00e4nzels&#8220;. Bei niederem Wasserstand l\u00e4sst sich die Schanze leicht &#8222;erst\u00fcrmen&#8220;, d.h. wenn nicht gerade die Schnaken einen Angriff auf das von Buschwerk \u00fcberwachsene Gel\u00e4nde vereiteln. Die ungef\u00e4hren Ma\u00dfe der Schanze mag die Skizze verdeutlichen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Schanze.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-987\" alt=\"Schanze\" src=\"http:\/\/historischer-verein-speyer.de\/html\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Schanze-150x150.jpg\" width=\"199\" height=\"224\" \/><\/a><\/p>\n<div><\/div>\n<p>Geschichtliche Nachrichten \u00fcber diese Schanze sind nicht zu finden.\u00a0 Vielleicht deutet das darauf hin, dass sie gar nicht so alt ist und in den Revolutionskriegen entstand. Erst im Urkataster von 1820 ist sie deutlich verzeichnet. Gegen\u00fcber, auf der anderen Rheinseite, liegt das S\u00fcdende von Altlu\u00dfheim. Dieser Umstand d\u00fcrfte f\u00fcr ihre Anlage ma\u00dfgebend gewesen sein. Urspr\u00fcnglich lag ja die Schanze nur wenige Meter vom Rheinufer entfernt.<br \/>\nGanz in der N\u00e4he, an der Rheinh\u00e4user F\u00e4hre, lag ebenfalls eine Schanze. Sie wird schon 1642 erw\u00e4hnt und war etwa 30 Schritte vom Ufer entfernt. Im Mai 1653 ertrank ein Metzgerknecht. Seine Leiche wurde &#8222;in der gro\u00dfen Schanz gefunden und im Hospitalkirchhof begraben&#8220;. In einem Plan aus dem Jahre 1788 wird die Schanze bei der F\u00e4hre als &#8222;Alte Schanz&#8220; bezeichnet und in allen Einzelheiten dargestellt. Der quadratische Innenraum ma\u00df etwa 20 mal 20 Meter. Sie entsprach also in etwa dem &#8222;Sch\u00e4nzel&#8220;. Heute ist von der Schanze an der F\u00e4hre nichts mehr erhalten. Man k\u00f6nnte vielleicht einen gr\u00f6\u00dferen Wassergraben im Walddickicht zwischen F\u00e4hre und Hochwasserdamm als letzten Rest dieser Schanze betrachten.<br \/>\nWestlich der Stadt, am Burgweg, hei\u00dft ein Gewann am Woogbach-Hochufer &#8222;an der gro\u00dfen Schanz&#8220;. Von hier aus hat man einen weiten Blick. Das und die N\u00e4he des Schwalbenbrunnens, mag zur Anlage der &#8222;Gro\u00dfen Schanz&#8220; bestimmend gewesen sein.<br \/>\nGegen\u00fcber, an der Grenze zwischen Speyer und Dudenhofener Gemarkung, lag einst ebenfalls eine Schanze. Entstanden ist sie wohl um das Jahr 1745, als die Franzosen auch am Germansberg Gr\u00e4ben aufwerfen lie\u00dfen, denn in einem Plan aus dem Jahre 1756 wird sie als &#8222;franz\u00f6sische Redutte&#8220; aus dem &#8222;letzten franz. Krieg&#8220; bezeichnet. An sie erinnert kein Flurname mehr.<br \/>\nN\u00f6rdlich der Stadt, bei der Siedlung, hei\u00dft ein Gewann an der Stra\u00dfe nach Waldsee ebenfalls &#8222;Sch\u00e4nzel&#8220;. Von einer Schanze ist in den alten Karten nichts zu finden.<br \/>\nZwischen Berghausen und Heiligenstein hei\u00dft eine beherrschende Anh\u00f6he heute noch &#8222;Sch\u00e4nzelberg&#8220;.<br \/>\nIm Schifferstadter Wald finden wir im Gewann &#8222;Schanze&#8220; einen etwa einhundert Meter langen Erdwall von durchschnittlich 1 Meter H\u00f6he. Davor liegt ein flacher Graben, der heute noch zum Teil mit Wasser gef\u00fcllt ist. Die Schanze sperrte den Weg zwischen Iggelheimer Stra\u00dfe und Schifferstadt. Auch heute noch mag dieser Weg, bei Dunkelheit begangen, an dieser Stelle seine T\u00fccken haben. Links und rechts sind T\u00fcmpel und Morast.<br \/>\nFr\u00fcher gab es in der Umgebung der Stadt wohl zahlreiche solcher &#8222;Schanzen&#8220; und &#8222;Sch\u00e4nzel&#8220;. Sie waren aber alle nur f\u00fcr kurze Zeit bestimmt. War wieder Friede im Land, zog der Pflug \u00fcber sie hin und nichts blieb von ihnen als der Name. Eine Ausnahme machte das &#8222;Sch\u00e4nzel&#8220; im Rheinwald. Dort wucherte der Wald dar\u00fcber hinweg und so blieb es bis heute gut erhalten.<\/p>\n<p>Quelle: Beitr\u00e4ge zur Speyerer Stadtgeschichte Heft 1, Fritz Klotz, Stadtgeschichtliche Miszellen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rheinwald s\u00fcdostw\u00e4rts der Stadt liegt zwischen den Waldgewannen &#8222;Unterer Salmengrund&#8220; und &#8222;Ratsw\u00f6rth&#8220; eine kleinere Waldparzelle, genannt &#8222;Sch\u00e4nzel&#8220;. Der Name erinnert an eine ehemalige Befestigungsanlage. Wer sich die M\u00fche macht und das &#8222;Sch\u00e4nzel&#8220; aufsucht &#8211; wohlgemerkt aber in einer schnakenfreien Zeit &#8211; der findet tats\u00e4chlich in diesem Gewann die Reste einer kleineren Schanze. 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