Unser Vorstandsvorsitzender im Interview mit der RHEINPFALZ

Montag, 8. Oktober 2018 Vortrag

„Mittwochabend im Stadtarchiv“

 

Montag, 8. Oktober 2018, 19.30 Uhr, Villa Ecarius, Vortragssaal (Bahnhofstraße 54)

Bitte beachten Sie den geänderten Veranstaltungsort und die geänderte Veranstaltungszeit!

“Kinder des Krieges – Kinder der Liebe”. Kriegs- und Besatzungskinder in der Französischen Zone.

Vortrag von Dr. Michael Martin, Landau

Der Vortrag ist eine Kooperation des Kulturellen Erbes – Stadtarchiv Speyer mit der Bezirksgruppe Speyer im historischen Verein der Pfalz e.V.

 

Mehr als 20 000 Kinder von französischen Vätern kamen nach 1945 in der Französischen Besatzungszone auf die Welt. Ihre Biographien wurden erst in den letzten Jahre Gegenstand der historischen Forschung.

Der Referent Herr Dr. Michael Martin, der frühere Leiter des Stadtarchivs Landau, selbst ein Betroffener, geht in seinem Vortrag auf die mühseligen Recherchen, die verschiedenen, oft tragischen Biographien und die Behandlung dieser Kinder ein.

 

Die Vorträge von

Herrn Dr. Christian Lübcke „Das Gefecht von Speyer 1792 – bedeutender als die Kanonade von Valmy?“ am 8.10.18 in der Villa Ecarius

und

Herrn Dr. Benjamin Müsegades „Heilige und ihre Verehrung im mittelalterlichen Speyer“ am 17.10.2018 im Stadtarchiv Speyer

entfallen leider. Es ist beabsichtigt, sie zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.

Späte Erleuchtung

2018 machen etwa 5600 Straßenleuchten die Speyerer hell(e). Das besorgen die auf Modernisierung und Kostenersparnis bedachten Stadtwerke teilweise per LED-Lampen mit ihren emittierenden, das heißt Licht ausstrahlenden Dioden. Damit hat Speyer anderen Kommunen einiges voraus. Das war in der Anfangszeit der Straßenleuchten nicht der Fall.

 

Erst am 20. Dezember 1912 und damit 52 Jahre, nachdem am 28. November 1860 die ersten Gasleuchten ihre Straßen und Häuser erhellten, ging den Speyerern und Speyerinnen ein weiteres Licht auf. Am 20. Dezember 1912 und damit wesentlich später als anderswo in der Pfalz erleuchtete die Elektrizität auch Speyer. Jedenfalls einige Haushalte und Geschäfte in der Maximilian-, Bahnhof- und Ludwigsstraße, nicht jedoch die Straßen und Gassen. Noch 1925 wies ein von mehreren Anwohnern der Sämergasse unterschriebener Leserbrief in der „Speierer Zeitung“ darauf hin, dass es in dieser „Zufahrtsstrecke zum gut besuchten Wittelsbacher Hof nur eine einzige Gaslampe gibt“, die jedoch oft ausfalle. „Ebenso die am Wittelsbacher Hof angebrachte elektrische Beleuchtung“. Dazu merkten die Leser an: „Dabei wäre es im Interesse der Speyerer, ihre Stadt den Reisenden im schönen Licht zu zeigen“.

 

Im Gegensatz zu Speyer waren andere Kommunen dank eigener oder privater Elektrizitätswerke oder dank Zulieferungen schon längst “helle”. So Kaiserslautern ab 1894, Neustadt (1895), Homburg, Bergzabern (beide 1897), Pirmasens (1998), Schifferstadt (1900) sowie Ludwigshafen und Edenkoben (beide 1901). Warum ausgerechnet die Hauptstadt des bayerischen Rheinkreises Pfalz spät auf die Neuerung reagierte, hängt mit lange anhaltenden abwägenden Überlegungen des Speyerer Stadtrats zusammen.

 

Obwohl bereits 1897 ein Stadtratsthema – nach einer Anfrage des Bezirksamtmanns (heute: Landrat) Graf Luxburg an die Stadtverwaltung –  entschlossen sich die Speyerer Ratsherren erst am 18. März 1912 zur Versorgung mit Elektrizität mancher Haushalte und Straßen. Zuvor war die Entscheidung, entweder am Rhein ein eigenes Kraftwerk (E-Werk) zu bauen oder sich von auswärts Strom liefern zu lassen, lange und ergebnislos beredet worden. Das ging dem Stiftungskrankenhaus, der Patronenpfropfen-Fabrik Heß und der Brauerei Schwartz-Storchen nicht flott genug. Sie richteten eigene E-Werke ein.

 

Speyers Stadtverwaltung nahm sich das zum Ansporn. Drei Tage, nachdem am 17. Dezember 1912 der (Land-)Kreis Pfalz, die Städte Ludwigshafen, Frankenthal, Homburg und die Rheinische Schuckert-Gesellschaft in Ludwigshafen die Pfalzwerke AG gegründet hatten (Ludwigshafen und Homburg brachten dazu ihre E-Werke ein, die Schuckert-Gesellschaft das Kraftwerk Edenkoben), folgte die Domstadt mit der Einführung der Elektrizität. Damit betrieben wurden anfangs nur wenige Straßenleuchten, noch im Februar 1963 waren 600 von 1100 Lampen „auf Gas“. In der „Rheinpfalz“ hieß es dazu im April 2006: „Bis 1972 wurden drei Straßen mit Gas und Strom beleuchtet. Mit der Einführung des Erdgases endete das Kapitel der Speyerer Straßengasbeleuchtung“. Das war um 2000.   – wk