Vorträge

Vorträge

Veranstaltungen der Bezirksgruppe Speyer 1. Halbjahr 2019

ACHTUNG: Die Vorträge beginnen bereits um 19:30 Uhr!

 

 

28.1.2019, VHS (Villa Ecarius), 19.30 Uhr: Karl Erhard Schuhmacher (Römerberg) / Mathias Völker (Speyer), Der Stauferkaiser Friedrich II. und seine dritte Gattin Isabella von England – Betrachtung und Darbietung von Briefen und Berichten der Zeit

Der Vortragstext befasst sich einleitend mit Herkunft, Kindheit und Jugendzeit des Kaisersohnes Friedrich und der englischen Königstochter Isabella. Beiden gemeinsam ist, dass sie von der frühen Kindheit an elternlos aufgewachsen sind. Das Maß der öffentlichen Aufmerksamkeit für die jeweils ersten zwanzig Lebensjahre ist grundlegend verschieden. Während für Isabella als Viertgeborene von König Johann Ohneland fast nichts übermittelt ist, werden die teilweise aufsehenerregenden Geschehnisse und Entwicklungen des Staufererben von Chronisten, Poeten und politisch Handelnden auf vielfältige Weise aufgenommen und dargestellt. Im Zentrum des Vortrags stehen Friedrichs Heiratsentschluss, die Verhandlungen, die Ausstattung der Braut durch ihren königlichen Bruder (Heinrich III.), der Zug der Prinzessin von London nach Köln und schließlich nach Worms und das dortige Hochzeitsfest 1235

 

18.2.2019, VHS (Villa Ecarius), 19.30 Uhr: Miriam Breß (Mainz)
,Die Schutzhaftmaßnahmen‘ 1933/34 in Speyer

Am 10.3.1933, kurz nachdem die Regierung Held abgesetzt wurde, begann in ganz Bayern und somit auch in der Pfalz eine Verhaftungswelle, die sich offiziell gegen ‚kommunistische Funktionäre‘ und ‚Reichsbannerführer‘ richtete. Legitimiert wurden diese Verhaftungen durch das Instrument der
‚Schutzhaft‘. Allein bis zum April 1934 befanden sich in der Pfalz – im frühen Konzentrationslager Neustadt, in den Amts- und Landgerichtsgefängnissen und der Gefangenenanstalt Zweibrücken –
über 2.000 Personen in sogenannter ‚Schutzhaft‘. Der Vortrag will einen kurzen Einblick in ein aktuelles Forschungsvorhaben (Promotion) geben und vor allem die Schutzhaftmaßnahmen 1933/1934 in Speyer näher darstellen.

18.3.2019, VHS (Villa Ecarius), 19.30 Uhr: Lenelotte Möller (Speyer),
Geographische Bezeichnungen in Speyer

Wichtiges Gliederungselement einer Stadt sind ihre Straßen-, Gewann-, Flur und Parknamen sowie die Schulnamen. Die hierbei verwendeten Personennamen zeigen, wer im Laufe der Jahrzehnte auf diese Weise geehrt worden ist und welche Anteile Männer und Frauen hierbei haben. Jede Stadt, so auch Speyer, verfügt über ein ganz spezifisches, gewachsenes Namensnetz, das vielfältige Aussagekraft hat. Von historischer Bedeutung sind auch die Straßennamen, die wieder ausgewechselt worden sind, beispielsweise im Zuge der Entnazifizierung nach 1945. Der Vortrag
steht in Zusammenhang mit dem Plan, auf der Grundlage des 1985 von Wolfgang Eger herausgegebenen Speyerer Straßennamenbuchs eine neue Publikation zu diesem Thema zu erarbeiten.

Die Mitgliederversammlung findet am 18. März 2019 im Anschluss an diesen Vortrag statt.
Tagesordnungspunkte: Bericht des 1. Vorsitzenden; Bericht des Rechners; Bericht des Kassenprüfers; Neuwahlen; Verschiedenes.
Anträge zur Tagesordnung werden erbeten bis spätestens 10. März 2019.

 

15.4.2019, VHS (Villa Ecarius), 19.30 Uhr: Jörg R. Müller (Trier), Kaufmann von Speyer und die Burg Spangenberg. Ein Fall individueller jüdischer Resilienz im späten 14. Jahrhundert

Am 18. Juni 1385 verlieh Erzbischof Adolf I. von Mainz, Administrator des Bistums Speyer, die hochstiftisch-speyerische Burg Spangenberg auf sechs Jahre an den in Speyer ansässigen Juden Kaufmann. Dass Aufbau und Inhalt der Urkunde weitgehende Übereinstimmung mit Lehnsauftragungen der Speyerer Bischöfe aufweisen, hat bereits vor geraumer Zeit Spekulationen über eine ansonsten im Reichsgebiet bislang nicht nachgewiesene Belehnung eines Juden mit einer Burg ausgelöst. Dagegen wurde von der Forschung bislang völlig übersehen, dass die zeitlich
befristete Übertragung der Feste einen höchst aufschlussreichen Fall ‚individueller Resilienz‘ eines gut informierten und weit vernetzten  Speyerer Juden vor dem Hintergrund sich abzeichnender antijüdischer Gewaltmaßnahmen repräsentiert.

 

Veranstaltungsort: Villa Ecarius, Bahnhofstraße 54, 67346 Speyer
Beginn: 19:30 Uhr