Die Bezirksgruppe Speyer im historischen Verein der Pfalz e.V.

Schlagwort: Pfalz

Vortrag 18.11.2013: Pfälzische Generäle in der bayerischen Armee

 

Mit einer bisher in der Forschung vernachlässigten Berufs- und Sozialgruppe, nämlich den (kur-)pfälzischen militärischen Oberbefehlshabern um 1800 befasste sich ein Vortrag bei der Bezirksgruppe Speyer im Historischen Verein der Pfalz am Montag, den18. November.
Immer schon gehörten große Feldherrn wie Friedrich der Große und Blücher etc. und oberste Führungsgruppen zum traditionellen Kanon der deutschen Militärgeschichte. Jedoch befasste man sich meist mit diesen nur als Vorbilder im Rahmen von Schlachtennacherzählungen für Auszubildende im Militärwesen. Sozialgeschichtliche Fragestellungen nach dem Leben dieser Personen wurden weitgehend ausgeklammert. Während sich in den letzten 10 Jahren immer mehr Wissenschaftler diesem Desiderat angenommen haben, lässt die pfälzische und bayerischen Militärgeschichtsforschung vor allem der Frühen Neuzeit immer noch das Interesse an den militärischen Verantwortlichen vermissen.
Nur so ist zu erklären, dass allein von einer Handvoll (kur-)pfälzischer Generäle, die nach der Vereinigung der pfälzischen mit der bayerischen Armee ab 1778 bis 1815 in Bayern dienten, überhaupt Lexikonartikel oder Biographien vorliegen. Aufbauend auf einer langjährig angelegten Sammlung von Personaldaten und Lebensgeschichten aller 183 pfalzbayerischer Generäle soll nun in diesem Vortrag ein Einblick in die Lebens- und Arbeitsverhältnisse dieser Personengruppe geboten werden. Der Hauptaugenmerk ruht dabei auf den pfälzischen Generälen und ihren Einfluss auf die bayerische Armee bzw. Gesellschaft. Darüber hinaus soll es auch um die Frage gehen, in wie weit es sich hier um eine „Elite“ handelt.

Referentin: Uta Lerche M.A. (Ludwigshafen – Augsburg, Haus der Bayerischen Geschichte)

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Vortrag 23.09.2013: Der Hausvertrag von Pavia (1329) und die Pfalz

Am 23. September 2013 sprach Herr Klaus-Frédéric Johannes M.A. (Ingenheim) vor 38 Besuchern  über den für die Geschichte des Hauses Wittelsbach in Bayern und der Pfalz zentralen „Hausvertrag von Pavia“ (1329). Der Hausvertrag legte den Grundstein für alle weiteren Entwicklungen bis hin zur Erbfolge des Kurpfälzers Carl-Theodors und Maximilians I. Joseph (Linie Zweibrücken) gegen Ende des 18. Jahrhunderts, als die pfälzischen Wittelsbacher die bayerische Linie beerben konnten. Von den Pfälzer Wittelsbachern stammen daher sowohl die bayerischen Könige (bis 1918) wie auch die heutigen Wittelsbacher ab.

Zum Referenten: Klaus-Frédéric Johannes hat in Heidelberg Historische Hilfswissenschaften, Mittlere und Neuere Geschichte sowie Politikwissenschaften studiert. Er schloß sein Studium 2005 mit einer Magisterarbeit bei Prof. Jürgen Miethke über Papst Bonifaz VIII. ab. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Kirchen-, Rechts- und Ideengeschichte. Er hat in mehreren landesgeschichtlichen und rechtsgeschichtlichen Zeitschriften publiziert. Jüngste Publikationen sind eine Urkundenedition in den Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz und zur Orgel und Kirche von Klingen. Seit 2013 ist er Herausgeber des neu gegründeten Onlinerezensionsteils der Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz. Er arbeitet im Archiv der Verbandsgemeinde Landau-Land.

 

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Vortrag 11.03.2013: Die Auswanderung nach Russland vor 250 Jahren

 

 

Roland Paul (Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserlautern): Die Auswanderung nach Russland vor 250 Jahren und das weitere Schicksal der Russlanddeutschen.

Vor 250 Jahren lud die russische Zarin Katharina die Große deutsche Bauern und Handwerker ein, sich in ihrem Reich anzusiedeln. Tausende, unter ihnen viele Pfälzer, ließen sich von den verheißungsvollen Privilegien locken, mit denen die Auswanderer angeworben wurden. Nach einigen Jahren entstanden an der Wolga und auf der Halbinsel Krim blühende deutsche Siedlungen, meist nach Konfessionen getrennt. Die meisten bestanden bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, bis Stalin die Deutschen in den Osten, nach Sibirien und Kasachstan umsiedelte.
Der Vortrag von Roland Paul, Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern, behandelt nicht nur die Geschichte der Einwanderung der Russlanddeutschen, sondern auch deren weiteres Schicksal im 20. Jahrhundert. 42 Besucher lauschten interessiert diesem Vortrag.

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